Italientour 2000
 
Oberitalienische Seen
 
Dieses soll keine exakte Streckenbeschreibung sein (davon gibt es schon genug, gerade von den Alpen), sondern nur ein kleiner Reisebericht mit ein paar schönen Bildern (deshalb etwas Geduld wegen der Ladezeit, bei manchen Bildern ist ein Link für die volle Grösse hinterlegt). Es sollte eine dieser oft beschriebenen und gefahrenen Pässetouren werden. Daß es dann doch anders gekommen ist, lag nicht zuletzt am tollen Sommerwetter.
Gestartet sind wir (wir, das sind fünf Personen: Jörg, Kai-Uwe und Simone, Matthias und meiner einer) an einem trübe verhangenen Mittwoch Morgen in Herford, NRW in Richtung Staufen/Schwarzwald und sind erst einmal nur über Landstraßen durch Sauerland, Westerwald und Taunus bis Mainz gekurvt. Auf einer Umgehungsautobahnen um Mainz passierte es dann: durch ein LKW wurden wir getrennt. Während der Rest der Gruppe gerade den besagten Lkw überholte, sind Jörg und ich von der Autobahn abgefahren. Also haben wir gewartet und versucht über Handy eine Verbindung zu bekommen mit dem Ergebniss, daß wir dann zu zweit unsere Fahrt fortgesetzt haben, um uns in Staufen wieder zu treffen. Das hat aber leider auch nicht geklappt und so haben wir uns erst am nächsten Tag in Italien wiedergesehen.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter durch die Schweiz Richtung Lugano, erst mit Sonne, aber nach Zürich zog sich der Himmel immer mehr zu und angesichts der schwarz verhangenen Berggipfel und der nicht gerade motorradfreundlichen Temperatur entschlossen wir uns dann, durch den Gotthard-Tunnel zu fahren. Schneetreiben auf dem Gotthard-Pass wäre wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen! Wenn man aus der Röhre 'rauskommt, muß man erst einmal die Atemwege freihusten und das Visier vom Öl-und Rußfilm befreien.
In Porlezza am Luganer See angekommen hieß es erst einmal Zelte aufbauen und in der malerischen Innenstadt bei diversen Latte machiati auf die Anderen warten, die dann auch irgendwann abends eintrudelten.









Die nächsten Tage standen dann ganz in der Deviese Gegend erkunden. Dazu gehört natürlich auch der nahgelegende Comer See, nur leider wurde das Wetter von Tag zu Tag schlechter und leider auch kälter.
Am Samstag bei trügerisch blauen Himmel nahmen wir den Splügen-Pass unter die Räder. Die Auffahrt vom Comer-See bei wunderschönen Wetter, nur direkt oben auf dem Pass kam das große Schneetreiben.
Nur nicht anhalten und schnell weg, bevor das Zeug liegenbleibt, bei drei Grad gar nicht so unwahrscheinlich. Aber auch in der Schweiz verbesserte sich das Wetter nicht wirklich und so auf dem direkten Weg wieder Richtung Italien!
Zur Rückfahrt bot sich Bernardino-Pass an, war zwar saukalt, aber zumindest trocken. Die Südabfahrt dieses Passes ist eine wahre Kurvenorgie auf erstklassigen Asphalt.
Am Sonntag trennte sich unsere Gruppe erneut, denn wir wollten zu zweit quer durch die Alpen zum Gardasee und das war der restlichen Truppe dann doch zu anstrengend und so fiel uns die Aufgabe zu, einen schönen Campingplatz zu suchen (macht man ja gerne...). Am Sonntagmorgen noch schön frühstücken (ich glaube, die Besitzerin der Bar in Porlezza wird sich noch lange an die komischen Deutschen erinnern, die schon morgens so viel essen können. Das mit dem Collazione nehmem die Italiener nicht so ernst und trinken eigentlich nur einen Espresso.), und los gings.
Mit der Fähre über den Comer See und dann ab in die Bergwelt über Barzio, Vendeseta, Bianco, Dossena, Gorno, Nossa, Clusone und Lóvere am Lago d´Iseo. Die Strecke von Vendeseta nach Barzio führt entlang eines Wildbaches durch eine tiefe Felsenschlucht - Klasse!
 
Leider wurde aber das Wetter immer mieser, und in der Hoffnung, daß es am Gardasee besser sei, sind wir direkt auf dem schnellsten Weg von Iseo nach Saló gefahren. Und siehe da, die Wolken wurden weniger, am Gardasee schien tatsächlich die Sonne. Jetzt noch schnell zum Campingplatz in Moniga, den ich noch von einem früheren Urlaub kannte und der Tag ist gerettet, so dachten wir. Aber am Samstag hatte die Saison begonnen und so war der Platz gerammelt voll. Nach einer halben Stunde mit Handy am Ohr, dem Campingführer in der Hand und der netten Hilfe des Mädchens an der Rezeption war doch noch ein Platz bereit, uns aufzunehmen. Allerdings hätte mich ihr Blick nach Nennung des Platzes warnen müssen, denn der gefundene Platz war wirklich unter aller S.., so beschlossen wir am nächsten Tag die Suche fortzusetzen (wieder mit ihrer Hilfe) und dieses Mal mit Erfolg. Auf dem Schwesterplatz Fornella im Nachbarort San Felice war gerade etwas freigeworden. Immer noch ohne Frühstück nichts wie hin und alles klar gemacht.
Am Nachmittag kam dann auch der Rest der Truppe, total abgekämpft, denn sie hatten den Weg über die Autobahn via Mailand gewählt.
Der Rest der Woche stand unter dem Motto: getrennte Aktivitäten, vereint feiern. Kai-Uwe, Simone und Matthias zogen es vor, in der Sonne zu braten, während es Jörg und mich in die Berge zog.
Möglichst kleine Pässe mit 2m breiten Wegen, manchmal Asphalt, manchmal Schotter, was der alten V7 alles abverlangte, aber Eindrücke ließen die Strapazen völlig vergessen. Besonders beeindruckend war der Passo di Maniva vom Lago d'Idro aus.

Der wunderschön gelegene Lago d'Idro, glasklar, aber eiskalt!
Spätnachmittags, wenn der Stand sich schon geleert hat, immer noch einmal in den See gesprungen und den Tag dann in dem sehr guten Restaurant auf dem Platz ausklingen lassen.
Am Freitag war zuletzt noch eine Städtetour bis Riva angesagt...
Limone
Limone
Limone
Limone
Gardone
Gardone
Maderno
Maderno
...am Samstag noch einmal total relaxen und am Sonntag ging es leider wieder zurück nach Hause.
Eins ist klar, der Gardasee wird bestimmt wieder Ziel unserer nächsten Tour!