Reparatur von Koni-Dämpfern
 
Irgendwann ist es soweit: nach einer Ausfahrt ist das Schutzblech verölt, vom Nummernschild trieft es und der Dämpfer sieht aus, als wenn er gerade mit reichlich Radglanz eingesprüht worden ist - der Dichtring ist hin!
Wenn man noch die alte Rechnung von vor 20 oder 30 Jahren hat, kein Problem: Koni ersetzt das Federbein, Dank der Lebenslang-Garantie. Alle anderen werden sich jetzt nach anderen Dämpfern umsehen müssen, so auch ich, weil Koni alle Teile von den alten 75F-Dämpfern ersatzlos aus dem Programm gestrichen hat. Nur hatte ich kurz vorher die Feder und Klemmscheiben neu verchromen lassen, also zu Schade zum Wegwerfen, deshalb wird das Ding ersteinmal zerlegt, um zu sehen, was zu retten ist. Entweder man hat einen Federspanner oder eine helfende Hand. Einer zieht die Feder mit aller Gewalt herunter und die helfende (weibliche, in Form der Ehefrau?) Hand fischt die Klemmstücke heraus. Dann wird die Verschlussmutter gelöst...das hört sich einfach an, aber meistens ist das Teil derart fest, dass man weitere Versuche mit dem Stirnlochschlüssel getrost vergessen kann. Da hilft nur vorsichtiges Walken des Gewindeteils im Schraubstock (deshalb sieht der Dämpfer auf den Bildern auch etwas desolat aus), Erwärmen der Mutter mit einem Heissluftfön und ein paar beherzte Schläge mit Hammer und Dorn. Meistens löst sich die Mutter dann widerwillig und der Verursacher kommt zum Vorschein.
Durch die eigenwillige Form wird jetzt schon klar, dass ein Adapter zum Einsatz kommen muss, normale Wellendichtringe fallen wegen der rein axialen und der Druckbelastung aus.
Die Lösung kommt in Form eines Nutrings von SIMRIT, der mit einem Passring und einer Scheibe den Platz des altes Dichtrings einnimmt. Leider sind die beiden zusätzlichen Teile spezielle Drehteile und jetzt muss wieder der berühmte Bekannte mit der Drehbank einspringen. Eine bemasste Zeichnung der Teile gibt es hier. Der Distanzring ist aus Stahl, der Passring aus Kunststoff oder Alu (lässt sich besser drehen).
Die Teile werden wie im Bild rechts einfach zusammengesteckt und statt des alten Dichtrings in das Dämpferelement eingesetzt.
Dabei ist darauf zu achten, dass der Nutring nicht über das Gewinde gerissen, sondern vorsichtig ohne Kraftaufwand aufgeschraubt wird. Der hochstehende Innenrand der Distanzscheibe dient dazu, die Federkräfte auf der Mitte des Federtellers abzufangen. Die Künstler an der Drehbank können natürlich auch alle drei Teile vereinen, aber mit meinen bescheidenen Mitteln funktioniert diese Lösung auch.

Zuletzt wird noch eine Gummidichtscheibe oder O-Ring auf den Nutring gelegt und die Verschlussmutter wieder eingeschraubt. Da der ganze Adapter etwas höher baut, lässt sich die Mutter nicht mehr voll eindrehen, was aber wirklich nicht so tragisch ist, man muss nur mit einem dicken O-Ring den Höhenunterschied zwischen Verschlussmutter und der darunter liegenden Gummidichtfläche ausgleichen. Die Feder mit den Klemmstücken einsetzen (mit der helfenden...usw.) und das Federbein ist wieder einsatzbereit.
Nutring von SIMRIT
: AUN 12-102 / 12-22-8