Nachdem
man Felgen und Naben poliert hat, beginnt nun das Einspeichen. Man
legt sich am Besten die passenden Speichen und Nippel zurecht und
los geht's.

aller
Anfang..... |
Man
fängt zuerst mit den Speichen an, die von aussen nach innen durch
das Nabenloch geschoben werden müssen, auf beiden Seiten der Nabe.
Für die richtige Reihenfolge der Speichen ist ein Foto vom alten Zustand
des Rades ungemein hilfreich. Bei jeder Speiche wird sofort der Nippel
mit ein paar Umdrehungen draufgeschraubt. Jetzt sind die Speichen
in der anderen Richtung dran. Diese
werden von der Innenseite der Nabe nach aussen durch die verbleibenden
Löcher geschoben und jetzt erkennt man auch, dass eine andere
Reihenfolge gar nicht möglich ist.

...sieht
schon besser aus. |
Man sollte natürlich
auch auf den Kröpfungswinkel der Speichen achten (die, die von aussen
in die Nabe gehen, sind stärker gekröpft!). Bei der Guzzi V7
geht's einfacher, denn die Speichen haben keine Kröpfung und daher
braucht man sich keine Sorgen um die Reihenfolge zu machen.
Jetzt die Nippel gleichmässig handfest anziehen oder so weit, bis
die Speiche vollständig im Nippel eingeschraubt ist, dh. das
Gewinde darf hinten nicht überstehen und fertig ist das Einspeichen.
Man könnte jetzt das Rad zum Zentrieren und Ausrichten zu einem Fachbetrieb
bringen, das kostet ca. 40-60 Euro, ganz Unerschrockene machen auch
hier jetzt noch weiter.
Dazu braucht man
einen Radständer, wo das Rad frei laufen kann und wo sich eine Messuhr
befestigen lässt. Ich habe mir mit recht einfachen Mitteln einen solchen
aus 30'er Winkelstahl selbst gebaut.
Auf der Spitze
oben ein einfaches (erst noch durchgehendes) Wasserrohr geschweisst
und danach das Mittelstück herausgesägt, so sind die verbleibenden
Rohrstücke genau in der Flucht. Das Rad lässt sich nun mit Hilfe einer
Gewindestange und Kunststoffreduzierhülsen einspannen. Die teuere
Variante ist die mit zwei Rollprismen, hat aber den Nachteil, dass
das Rad 'lose' auf dem Ständer aufliegt, was gerade beim Speichenjustieren
nervt.
Die Messuhr kann
man mit einem Magnetfuss oder wie hier auf dem Bild, direkt auf einem
Winkel anbringen. Die Messuhr
muß im Innenteil der Felge laufen! Nun die Nippel fester
anziehen und den Höhenschlag kontrollieren. Bei dem Felgenteil, wo
der Höhenschlag auftritt, werden zuerst die Speichen auf der Gegenseite
etwas gelockert und dann die bei dem Schlag fester angezogen, so lange,
bis das Rad rund läuft.
Bei einem Seitenschlag werden die Speichen auf der anderen Seite des
Schlags fester angezogen. Zuletzt werden alle Speichen noch einmal
fest angezogen und das Rad auf Rundlauf kontrolliert. Das Anzugsmoment
der Nippel ist allerdings reine Erfahrungssache, die ich leider auch
nicht habe, deshalb lasse ich die Räder immer noch in einem Fachbetrieb
kontrollieren.
Wenn die Räder einige Kilometer gelaufen sind, sollte man die Speichen
noch einmal auf Festigkeit überprüfen.
Der Radständer
eignet sich ebenso zum Bremstrommel
schleifen.
Mit einer seitwärts
angebrachten Stabschleiferhalterung, die sich in X und Y-Richtung
verschieben lässt, kann ich die Bremstrommel unter ständiger Bewegung
in Y-Richtung exakt rund ausschleifen. Die Idee mit dem Ständer
und der Schleifvorrichtung entstand, als ich vergeblich einen Betrieb
gesucht hatte, der mir die Bremstrommel im kompletten Rad ausdreht.
Ausserdem ist es nicht ganz einfach, die Nabe mittig in einer Drehbank
zu zentrieren. Das Ausschleifen meiner Guzzi-Trommel dauerte ganze
5 Minuten und die Bremsleistung war danach nicht wieder zu erkennen.
Wer mit dem gleichen Problem kämpft, kann sich bei mir melden.
Auf dem Bild
ist ein Fächerschleifer zu erkennen, mit dem nach dem Schleifen
die Oberfläche noch geglättet wird
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