Teil 3

Da, wie schon erwähnt, die Räder zwar optisch in einem schlechten Zustand aber mechanisch einwandfrei waren, ist das Einspeichen und Zentrieren fast ein Kinderspiel

Tja, und irgendwo müssen die Räder jetzt auch rein, d.h. Schwinge und Gabel sind nun dran. Die Schwingenlager zeigten sich bei der Demontage schon von ihrer besten Seite: in Ermangelung jeglichen Schmierstoffs waren Achse und Lagerbuchsen eine reibende Verbindung eingegangen. Die Lagerbuchsen kann man mit viel Glück und reichlich Wärme in einem Schraubstock herauspressen. Klappt das nicht, muss man einen Betrieb aufsuchen, der eine Hydraulikpresse sein eigen nennt.
Für mich stand von Anfang an fest, die Schwinge auf Nadellagerung umzurüsten, der fertige Satz war mir aber zu teuer und mit ein wenig Überlegung kam ich dann auf meine eigene Lagerungsversion. Dazu braucht man eine neue Achse, zwei geschliffene und gehärtete Lagerhülsen, eine Distanzhülse, vier Nadelhülsen, vier Dichtringe und eine Verschlussmutter. Das vielleicht grösste Problem ist das Schleifen und Härten der beiden Lagerhülsen, aber eine Lohndreherei dürfte auch da weiterhelfen.



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Die Verschlussmutter mit dem Gewinde M20x1,25 ist ein Normteil und wird mit einem durchgehenden Gewinde M12x1,25 versehen.

In die Mitte der beiden Schwingenlagerrohre wird ein Schmiernippel eingesetzt und dann werden die vier Nadelhülsen in die Rohre eingepresst, und zwar soweit, dass der Dichtricht noch gut davor passt. Pro Rohrstück werden 2 Lager und natürlich auch 2 Dichtringe verwendet.
Sollten die Rohre zu eng sind, müssen dieselbigen mit einer 24er Reibahle aufgerieben werden.
Als Nächstes muss sichergestellt werden, dass die drei Lagerteile Hülsen und Distanzrohr sich fest in den Rahmen klemmen lassen, schließlich sollen sich ja die Lager auf den Hülsen drehen, und nicht die Hülsen selber. Hierzu werden alle Lagerteile (aber ohne Schwinge) schon einmal testhalber eingebaut und mit der Verschlussmutter festgeklemmt.




Da ich die Hülsen schon in die Schwinge eingesetzt hatte, habe ich auf dem Bild ersatzweise Rohrstücke genommen. Die verbleibende Distanz zwischen Verschlussmutter und Rahmen wird ausgemessen und mit einer Scheibe ausgeglichen.
Dann wird die Schwinge komplett eingesetzt, die Achse durchgeschoben (bei eingeschraubter Verschlussmutter!) und verschraubt.
Sollen Tarozzi-Fussrasten angebaut werden, müssen in die Enden der Achse noch 6mm-Gewinde gebohrt werden.








Hier die fertig eingebaute Schwinge.