Teil 2
 

Die Bremsfläche in der Bremstrommel hat so tiefe Riefen, dass diese mit reinem Ausschleifen nicht beseitigt werden können, hier hilft nur Ausdrehen. Aber wie spannt man die in die Drehbank auf? Von aussen bekommt man sie nicht zentriert, also geht es nur per Dorn. Ich habe mir ein Rohr auf den Achsdurchmesser abgedreht und am Ende ein 10mm Gewinde hineingeschnitten. Die Trommel wird jetzt auf das Rohr geschoben und muss mit einer Schraube und Platte oder Scheibe gegen das Spannfutter geklemmt werden, sonst würden sich nur die Lager, aber nicht die Trommel drehen. Mit der niedrigsten Schnittgeschwindigkeit wird jetzt die Trommel vorsichtig ausgedreht, immer nur zehntelweise und mit geringem Vorschub - man bedenke, die Trommel ist nur gegen das Futter geklemmt.

In der Zwischenzeit könnte man ja die wenigen Lackteile zum Lackieren bringen, nur noch eben die Schilder entfernen, aber die sind mit Silikon angeklebt, die Pinne an den Schildern abgebrochen und die Aufnahme vollständig zugespachtelt - mir schwant Böses.
Um die Clips freizulegen, muss ich mich durch 1cm dicke Spachtelmasse arbeiten. Die Clips selber sind nur noch Rostklumpen. Der Spachtel ist sinnigerweise ohne Grundierung auf das nackte Blech verarbeitet worden und dementsprechend leicht fällt er auch ab. Also auch den Tank zum Strahlen bringen. Was dort zum Vorschein kommt - grausam! Beide Seiten heftig zerdellt, oben das erhobene Profil existiert in der Mitte fast nicht mehr. Nach einem Unfall sieht das nicht aus, hier hat wohl der Prestokünstler seine eigene Tankform verwirklichen wollen, und da war wohl das Blech im Weg.
Zuerst wird versucht, die Tankform wieder hin zu bekommen. Die grossen Dellen und Beulen ziehe ich mit einem selbstgebauten Beulenzieher wieder raus.
Der besteht aus einer 8-oder 10mm Gewindestange, an deren Ende ein 2cm breiter Blechstreifen geschweisst wird, auf die Stange wird ein Gewicht (natürlich mit durchgehendem Loch) geschoben und als Abschluss kommt eine Mutter auf die Stange. Jetzt wird die Konstruktion mit dem Blechstreifen in der Mitte der Delle nur leicht angepunktet. Das Gewicht wird nun mehr oder weniger heftig gegen die obere 'Stopmutter' bewegt und die Beule kommt wieder raus. Immer mit sehr viel Gefühl arbeiten, denn sonst hat man schnell eine Delle nach aussen.

Das Mittelprofil lässt sich allerdings mit dieser Methode auch nicht mehr vollständig herstellen, hier kommt Zinn zum Einsatz, um die Form wieder herzustellen.
Auch die arg zerschundenen Seitenkanten werden mit Zinn wieder aufgebaut. Der Rest wird mit 2k-Spachtel erledigt und dann geht die ganze Sache zum Lackierer.

 

Als Nächstes steht wieder eine der schlimmsten Aktionen an, das Polieren. Zunächst hatte sich noch die Frage gestellt, ob selbst machen oder vergeben, aber das Finanzielle hat entschieden, und so sitze ich wieder in der Kabine und lasse mir den Dreck um die Ohren fliegen (siehe Laverda - Restauration). Der Vorteil: ich habe das Finish selbst in der Hand, und das Ergebnis ist mehr als zufriedenstellend.