Teil 11 (Motor)
 

Nach den ersten paar Kilometern mit der frisch restaurierten Maschine stellte sich ein metallisches Klopfen aus Richtung Zylinderkopf ein, daß sich bei bestimmten Drehzahlen regelrecht provozieren ließ. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, denn bei der Guzzi war es mir ja auch nicht besser ergangen.

Also Motor noch einmal raus und zerlegen! Auf den ersten Blick alles in Ordnung, das Tragbild der Ventile war zwar nicht so doll, aber daher kommt das Klopfen nicht. Weiter zu Kolben und Zylinder. Das Nachmessen brachte es an den Tag: das Kolbenspiel betrug tatsächlich 25/100, erlaubt sind maximal 9/100 (absolute Verschleißgrenze!). Daher kommt also das Hämmern, dabei war die Kompression mit 11bar noch einwandfrei. Leider hatten die Pleuellager auch zu viel Spiel, was bedeuted, daß die Kurbelwelle auch ein Fall für den Austausch war.Jetzt war der Motor fällig für die komplette Demontage, aber weitere Überraschungen kamen nicht, bis auf die Erklärung, warum der Motor so heftig ölte - die Mitteldichtung (Dichtungsmasse) fehlte.
Alle anderen Maße, auch die Getriebetoleranzen, waren völlig in Ordnung.

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Besonders hilfreich beim Zusammensetzen der Wellen sind auch hier Fotos, die man bei der Demontage gemacht hat
Und wenn man den Motor schon einmal auseinander hat, kann man auch gleich die Kupplungsruckdämpfer austauschen, denn die Gummis haben nach 30 Jahren die Konsistenz von Kohlestückchen. Dazu muß man leider die Nieten aufbohren und mit einem 5mm-Dorn herausschlagen, mit denen die Abdeckplatte über dem Primärkettenrad befestigt ist. Man kann die Platte nachher mit M6-Schrauben wieder montieren - einfach 6mm-Gewinde in die Nietlöcher schneiden und beim Montieren der Schrauben Loctite (oder ähnl.) zur Sicherung verwenden (Keine Unterlegscheiben verwenden!).
Beim Zusammenbau des Motors verwende ich DIRKO HT als Dichtungsmasse, auf Silikonbasis dichtet es auch größere Unebenheiten problemlos ab (aber nur hauchdünn mit dem Finger auftragen) und läßt sich bei der Demontage einfach 'abrubbeln'. Für die Gehäusebolzen nehme ich zur Abdichtung selbstsichernde Muttern.