| |
| Nach
den ersten paar Kilometern mit der frisch restaurierten Maschine
stellte sich ein metallisches Klopfen aus Richtung Zylinderkopf
ein, daß sich bei bestimmten Drehzahlen regelrecht provozieren
ließ. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, denn bei
der Guzzi war es mir ja auch nicht besser ergangen. |
Also Motor
noch einmal raus und zerlegen! Auf den ersten Blick alles in
Ordnung, das Tragbild der Ventile war zwar nicht so doll, aber
daher kommt das Klopfen nicht. Weiter zu Kolben und Zylinder.
Das Nachmessen brachte es an den Tag: das Kolbenspiel betrug
tatsächlich 25/100, erlaubt sind maximal 9/100 (absolute
Verschleißgrenze!). Daher kommt also das Hämmern,
dabei war die Kompression mit 11bar noch einwandfrei. Leider
hatten die Pleuellager auch zu viel Spiel, was bedeuted, daß
die Kurbelwelle auch ein Fall für den Austausch war.Jetzt
war der Motor fällig für die komplette Demontage,
aber weitere Überraschungen kamen nicht, bis auf die Erklärung,
warum der Motor so heftig ölte - die Mitteldichtung (Dichtungsmasse)
fehlte.
Alle anderen Maße, auch die Getriebetoleranzen, waren
völlig in Ordnung. |
| |
Besonders
hilfreich beim Zusammensetzen der Wellen sind auch hier Fotos,
die man bei der Demontage gemacht hat |
| Und wenn
man den Motor schon einmal auseinander hat, kann man auch gleich
die Kupplungsruckdämpfer austauschen, denn die Gummis haben
nach 30 Jahren die Konsistenz von Kohlestückchen. Dazu
muß man leider die Nieten aufbohren und mit einem 5mm-Dorn
herausschlagen, mit denen die Abdeckplatte über dem Primärkettenrad
befestigt ist. Man kann die Platte nachher mit M6-Schrauben
wieder montieren - einfach 6mm-Gewinde in die Nietlöcher
schneiden und beim Montieren der Schrauben Loctite (oder ähnl.)
zur Sicherung verwenden (Keine Unterlegscheiben verwenden!). |
 |
|
Beim Zusammenbau
des Motors verwende ich DIRKO HT als Dichtungsmasse, auf Silikonbasis
dichtet es auch größere Unebenheiten problemlos ab
(aber nur hauchdünn mit dem Finger auftragen) und läßt
sich bei der Demontage einfach 'abrubbeln'. Für die Gehäusebolzen
nehme ich zur Abdichtung selbstsichernde Muttern. |
|
|