Teil9 - Elektrik
 
Hauptverdrahtung
Die Anfertigung eines Kabelbaums habe ich ja schon an anderer Stelle beschrieben, allerdings für eine GT mit grossem Bosch-Scheinwerfer, in dem sich die Hauptverdrahtung befindet. Dort läuft alles zusammen: Blinker, Schalter, Zündschloss usw. Bei der SF1 ist die Sache ein wenig komplizierter, denn dort befindet sich die Hauptverdrahtung im Rahmen unter dem Tank. Durch die beiden Zündspulen ist dort sowieso recht wenig Platz, und dann noch zwei Steckleisten dort unterbringen ist eine Mordspfriemelei.
Boyer-Zündung
Da ich die alten Unterbrecherkontakte, die immer für Ärger sorgen, nicht wieder verwenden wollte, ergab sich als einzige günstige Alternative die elektronische Zündung von Boyer/Bransdon. Diese Zündung wird eigentlich in den alten Nortons verbaut, aber mit ein paar Umbaumassnahmen funktioniert sie auch in einer Laverda hervorragend. Die Elektronik passt prima neben dem (Hitachi-)Anlasserrelais
Rahmendreieck rechts


Bremslichschalter
Bei Motorrädern aus diesen Baujahren war ein Bremslicht für die vordere Bremse nicht notwendig. Da dieses aber, wie ich finde, ein unverzichtbarer Sicherheitsaspekt ist, musste ich mir überlegen, wie und wo ich den Schalter unterbringen konnte. Es gibt zwar Druckschalter, die in den Bowdenzug integriert werden (Guzzi), aber leider 'verbrauchen' diese recht viel Hebelweg. Also blieb nur die Möglichkeit, einen Schalter in die Armatur einzubauen. Leider fällt der Steg der LUCAS-Armatur sehr schmal aus, so daß beim Durchbohren ein handelsüblicher Taster aus japanischer Produktion nicht mehr viel Alu stehen lassen würde.

Zum Glück gibt es die Alarmanlagentechnik mit den winzigen Tür-und Fensterreedkontakten. Der abgebildete stammt von der Fa. Meder und ist bei Reichelt zu beziehen. Im Hebel wird der Magnet untergebracht: 3,2mm Loch bohren und mit Silikonkleber einkleben. Damit Schalter und Magnet auch in einer Linie liegen ist es sinnvoll, erst mit dem Oberteil zu beginnen.


Dieses wird zuerst mit Kunstharz ausgegossen, damit man überhaupt ein Führungsloch bohren kann. Dann den Hebel einsetzen und durch das Loch die Magnetposition auf dem Hebel markieren.




Die Anschlußkabel werden mit einem Isolierschlauch und der Übergang zum Schalter mit Schrumpfschlauch geschützt.
Fertig ist ein robuster und witterungsunabhängiger Bremslichschalter!

 

 

Bestellnummern (Reichelt)
Reed-Sensor: MK 1471B
Magnet: Magnet 3.0

Nur hat die Sache noch einen kleinen Haken: so angeschlossen würde das Bremslicht immer brennen und bei Betätigung des Hebels ausgehen, also genau umgekehrt, weil es die Reedkontakte nur als Schliesser gibt. Deshalb braucht man noch ein KFZ-Relais mit Umschaltkontakt als Inverter.
Anschlussschema:

85 an +12V
86 an den Reedkontakt, der zweite Anschluß des Reedkontakts an Masse
30 und 87a werden als eigentlicher Bremslichtschalter (oder als Ersatz für den Ursprünglichen) geschaltet

Bei zurückverlegten Fußrastenanlagen ohne Bremslichtschalter läßt sich die gleiche Technik anwenden, nur mit anderen Bauformen der Reedkontakte und Magnete. Die Fa. Meder bietet hierzu eine ganze Anzahl unterschiedlicher Bauformen an, die auch über Reichelt zu beziehen sind.

Die alten Sicherungshalter haben nur Schraubanschlüsse und wenn man dort mehr als ein Kabel unterbringen will, wird's schon haarig. Auf diversen Oltimermärkten gibt es diese 4-fach Halter mit Steckanschlüssen aus DDR-Beständen, deren Lochabstand genau mit dem Original übereinstimmt.
Daneben das Blinkrelais vom Autoverwerter, eigentlich für 4 Lampen gedacht, aber durch eine kleine Änderung funktioniert's dann auch bei zwei Lampen. Da die Relais alle recht ähnlich aufgebaut sind, braucht man nur den frequenzbestimmenden Kondensator vergrößern, und schon blinkt es langsamer. (genauere Beschreibung hier)
Schaltbild Und hier das (originale) Schaltbild der SF1 (Achtung, 450kB, aber dafür kann man mit dem Druck vernünftig arbeiten).