Teil 4 (Ceriani-Federbeine)
 
Es mag zwar bessere Dämpfer als die von Ceriani geben, aber sie sehen einfach besser aus, jedenfalls nach der Behandlung und in dem originalen, fast 30 Jahre alten Zustand kann man davon ausgehen, dass sie nicht mehr grossartig dämpfen. Um das zu überprüfen, muss man sie sinnigerweise zerlegen und das ist gar nicht so schwer.
Stossdämpfer 1 Man spannt dazu den Stossdämpfer mit dem unteren Auge in einen Schraubstock, stellt die Dämpfung auf minimal und zieht (mit viel Kraft) die Feder hinunter. Dann können die Sperrhalbschalen herausgenommen werden und der Dämpfer zerlegt werden (eine dritte Hand ist hierbei recht hilfreich). Stossdämpfer 2
Danach kann man den Dämpfer komplett zerlegen. Damit es nachher kein Rätselraten gibt, macht man am Besten Fotos oder ein paar Skizzen. Stossdämpfer zerlegt
Stossdämpfer Verschlussschraube
Lösen der Verschlussschraube
Als nächstes wird das Dämpferelement zerlegt. Dazu braucht man einen passenden Stirnlochschlüssel um den oberen Verschluss heraus zu drehen. Die weiteren Arbeiten macht man besser über einer Ölauffangschale, den die Brühe, die dann zu Tage tritt, sollte nicht über die Werkbank laufen.
Den Dämpfereinsatz(3) herausziehen und das Ventil(6) am unteren Ende entfernen (ist nur eingesteckt). Dann die Mutter(5) am Ende der Druckstange(1) mit einem geeigneten Steckschlüssel (16mm - Zündkerzenschlüssel) lösen. Jetzt sehr vorsichtig die Druckstange herausziehen und die Lage und Reihenfolge des Innenlebens vom Dämpfereinsatz notieren.
Ob sich ein weiteres Vorgehen lohnt, zeigt der Zustand der Druckstange und des Wellendichtrings(2) (leider ein Spezialteil), der die Druckstange nach oben hin abdichtet. Ist eines von beiden verschlissen, kann man sich jede weitere Arbeit sparen, ansonsten kann man jetzt erst die Teile aufarbeiten (Verchromen, Lackieren usw.)

Wellendichtring
Wellendichtring
 
Stossdämpfer Einzelteile
Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge incl. eines neuen O-Rings(4). Bevor das Ventil(6) wieder eingesteckt wird, die Druckstange so weit herausziehen wie es geht und den Dämpfereinsatz(3) vollständig mit Dämpferöl füllen. Jetzt noch weitere 30mL Öl in die Aussenhülle(7) füllen und den Dämpfer komplett wieder zusammensetzen. Lässt sich der Druckstange in beiden Richtungen wieder gleichmässig schwer bewegen, ist alles OK, wenn sie sich nicht vollständig eindrücken lässt, ist zuviel Dämpferöl drin. Bei zu wenig Öl gluckst es beim Zusammenschieben und die Druckstange fällt in die 'Luftlöcher'. Zum Einfüllen nehme ich grosse Spritzen bis 100mL, die es in jeder Apotheke gibt.
Zuletzt die Federvorspannung zusammensetzen, Feder drauf und zusammendrücken, Klemmhalbschalen rein - FERTIG!

Stossdämpfer-Einzelteile neu
Aufgearbeitete Einzelteile (verchromt und poliert)
fertiges Federbein
Das fertige Federbein