Teil 2
 

Da von Christian eine vollständige Restauration für die nächsten Jahre schon mal angedacht worden war, war jetzt die beste Gelegenheit, diese Aktion vorzuziehen. Leider hat Christian nicht die Zeit und die Platzverhältnisse und so habe ich mich dazu bereit erklärt.
Also habe ich die Maschine vollständig zerlegt und die Schrauben in kleine Tüten mit Positionsbeschriftungen gepackt, das hilft ungemein bei der Neubestellung in VA und bei der späteren Montage. Das Polieren der großen Aluteile (Motor, Gabel, Räder) wollte ich mir nicht so schnell wieder antun und so habe ich eine Firma damit beauftragt. Alle Kleinteile werde ich selbst im Stahlkasten polieren. Auch die Chromteile wurden zur galvanischen Auffrischung weggegeben.
Leider haben solche Firmen irgendein magisches Verhältniss zu ihren Kleinkunden, was die Fertigungstermine angeht...und so wartet man halt!

Die Lackteile sind im erstklassigen Zustand (kein Wunder, ist der Vorbesitzer doch Lackierer), und so kann man das schon mal abhaken.

Den Rahmen habe ich Sandstrahlen und Pulvern lassen, wichtig dabei ist nur das Verschließen aller Lagerflächen und Gewinde mit Bolzen und Schrauben.
Eine besondere Überraschung bot der Anlasser. Von außen recht gut erhalten, aber innen...
Nach dem Glasstrahlen und Grundieren sieht's schon wieder besser aus:
 
Eigentlich wollte ich die Gabel so lassen wie sie war, zumal sie schon leidlich gut poliert war. Nur neue Staubkappen drauf, neues Öl 'rein und fertig. Aber nachdem ich die Kappen abgezogen hatte, war klar, daß auch diese ein Fall für die Komplettdemontage waren. Außerdem hatte ein Spaßvogel Getriebeöl als Dämpfung eingefüllt, welches nicht im mindesten den Drang verspürte, die Tauchrohre zu verlassen.
Nach dem Reinigen der Tauchrohre und Polieren der Brücken habe ich das Ganze mit neuen Lagern und Wellendichtringen versehen und wieder zusammengebaut.

Der Rumpf wurde inzwischen mit der neuen Hauptwelle auch wieder komplettiert.
Kleiner Tip am Rande:
viele Laverda-Motoren ölen besonders durch die 6mm Stehbolzen. Eine kleine Aludichtscheibe (von Elring) und eine selbstsichernde Mutter wirken Wunder.

Das Aufsetzen des Kupplung-smitneh-mers ist etwas schwierig, denn die Passung auf der Verzahnung ist sehr eng. Am Besten geht es, wenn man das Teil im Ofen auf 200 Grad aufheizt und dann sehr schnell auf die Welle schiebt. Wenn man dabei einmal verkantet, hat man schon verloren und muß die Rohr/Hammer-Methode anwenden.
Bei dem Zusammenstecken der Kupplung schraube ich nur 2 Federn handfest ein, richte die Verzahnung der Scheiben nach Augenmaß aus und rüttele nun den Korb drauf, indem ich Getriebehauptwelle und Korb ruckartig gegeneinander bewege. Mit dieser Methode richten sich die Scheiben erstaunlich schnell aus und der Korb ruscht Scheibe für Scheibe weiter auf. Dann alle Federn einsetzen und festschrauben. Jetzt den Korb mit Ketten und Antriebszahnrad gleichzeitig einbauen.
Zum Festziehen der Mutter auf der Kurbelwelle wird zum Blockieren im Handbuch ein Kupfermetallstück empfohlen, bessere Ehrfahrungen habe ich mit einem Plexiglasstück gemacht,was sich auch besser beschaffen und bearbeiten läßt. Wenn der Motor noch ausgebaut ist, läßt sich diese Arbeit nur mit zwei Mann bewältigen, denn der Motor muß dabei gewaltig festgehalten werden.