Ende der achziger Jahre ging auch Moto Guzzi
dazu über, elektronische Zündungen zu verbauen. Die Entscheidung
fiel auf den spanischen Hersteller MOTOPLAT.
Die kleinen Boxen funktionierten auch jahrelang einwandfrei, aber
dann zeigten sich die merkwürdigsten Ausfallerscheinungen.
Bei einem Totalausfall liess sich die Fehlerquelle ja noch schnell
ermitteln, aber den Gefallen taten sie einem selten, sodern glänzten
oft mit sporadischen Zündausetzern oder schlechtem Startverhalten.
Irgendwann konnte auch Motoplat kein Ersatz mehr liefern und so
wurde das eigentlich sehr robuste Zündsystem vollständig
wieder gegen Kontakte oder einer anderen elektronischen Zündung
ausgetauscht.
Ein Bekannter überliess mir drei defekte Boxen und da ich
von Natur aus neugierig bin, habe ich so ein Ding mal seziert. Herausgekommen
ist dabei folgende Schaltung:
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Die Zündung funktioniert nach den elektromagnetischem
Prinzip, dh. die Frühzündung wird durch die Eigenschaften
des Induktionsgesetzes verändert, und das besagt, dass die in
einer Spule erzeugte Spannung von der Windungszahl und der Magnetfeldänderung
abhängt. Die Windungszahl ist natürlich konstant, also beschranken
wir uns auf das Magnetfeld. Bei einer geringen Drehzahl passiert der
Rotormagnet relativ langsam den Pickup, also wird auch nur ein kleiner
Spannungsimpuls erzeugt. Bei steigender Drehzal steigt die Umfangsgeschwindigkeit
und damit auch die erzeugte Spannung stark an.
Wenn man nun eine Schaltlinie durch den Spannungsverlauf legt, dann
erkennt man, wie sich der Schaltpunkt zeitlich bei steigender Impulsspannung
in Richtung Früh verschiebt. (5-20°).
Bei der LUCAS-RITA-Zündung war das auch alles, nur leider reichten
die 20° nicht ganz aus und so hat man ganz einfach die ganze Pickupplatte
so weit verschoben, dass die 34° Frühzündung erreicht
wurden. Dass dabei dann der Leerlaufzündzeitpunkt bei ca. 15°
lag, hat man in Kauf genommen.
Nicht so bei Motoplat. Durch einen Schaltungstrick erreichte man,
dass die Schaltschwelle bei steigender Geschwindigkeit nach unten
und damit auch der Zündzeitpunkt weiter in Richtung früh
verschoben wurde. |
Wie schon erwähnt, ist der Hauptausfall dieser
Boxen gelegentliches Aussetzen. Diesen Fehler in einer Box zu lokalisieren,
ist wie bei allen MGMGN-Fehlern (mal geht, mal geht nicht) sehr schwierig
und ausserdem müsste man die komplette Vergussmasse wegprokeln,
was meistens nicht ohne Bauteilverlust von statten geht. Einzige Alternative
ist ein auf den folgenden Bildern gezeigter Nachbau. Der Leistungstransistor
muss natürlich isoliert auf dem Gehäuseboden montiert werden.
Leiterplatte |
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fertige Zündbox |
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| Die Bauteile gibt es bei
Reichelt
und RS-Components
(Leistungstransistor und Zenerdioden). Das Gehäuse kommt
auch von Reichelt (Best.-Nr. TEKO-AL2) |
| Schaltbild, Layout und
Bestückungsliste gibt es auch als PDF-Download: |
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