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Die kleine Zündungsbox der Morini ist eine Hochspannungs-Kondensatorzündung,
d.h. die Energie zur Erzeugung eines Zündfunkens wird nicht
direkt durch ein schaltendes Element wie z.B. Transistor oder Unterbrecher
in die Zünspule geleitet, sondern in einem Kondensator zwischengespeichert.
Der Kondensator C2, C3 wird durch eine gesonderte Wicklung in der
Lichtmaschine über D2 aufgeladen. Zum Zündzeitpunkt wird
der Thyristor THY1 so geschaltet, dass der Kondensator über
die Primärwicklung der nur als Transformator wirkenden Zündspule
entladen wird. Die hierdurch in der Sekundärwicklung der Spule
induzierte Hochspannung besitzt einen wesentlich steileren Spannungsanstieg
als bei der klassischen Spulenzündung, dadurch wird auch die
Durchbruchsspannung an der Zündkerzenelektrode wesentlich schneller
erreicht und auch die Funkendauer ist erheblich kürzer und
findet nur in der sogen. Bogenphase statt, was zur einer beschleunigten
Gemischentflammung führt.
Oft lässt sich ein schlechter Motorlauf auf eine defekte Zünbox
zurückführen. Diode 2, die Kondensatoren, der Thyristor
aber auch die angegossene Zündspule sind oft die Ursache dafür.
Der Nachbau einer solchen Zündung ist recht einfach, einziger
Nachteil: die Zündspulen liegen jetzt ausserhalb, aber unter
dem Tank lassen sich zwei kleine 6V-Spulen aus irgendeinem jap. Motorrad
vom letzten Oldtimermarkt ohne Probleme befestigen.
Schaltbild, Layout, Bestückungsplan und Bohrbild für das
Gehäuse gibt es hier
als PDF-Datei.
Die Ecken der Leiterplatte müssen noch abgeknipst werden und
den Thyristor habe ich zusätzlich mit einen kleinen Kühlkörper
versehen. Die Kondensatoren sind zum besseren Halt auf der Platine
aufgeklebt. Die Platine selbst 'steht' auf 5mm hohen Abstandsbolzen
im Gehäuse.
Damit man das Gehäuse vernünftig auf einer Grundplatte oder
ähnl. befestigen kann, habe ich zuerst die Deckelgewindelöcher
mit einem 1,5mm Bohrer durchbohrt und dann von der anderen Seite auf
3,2mm aufgeweitet (Kernloch für 4mm Gewinde). Sehr vorsichtig
bohren, sonst ist man schnell durch und hat somit auch das 3mm-Gewinde
für den Deckel entfernt!
Und so sieht die fertige Schaltung aus. Die Anschlusskabel werden
durch eine Durchführungstülle nach aussen geleitet. Zum
Schutz vor Feuchtigkeit kann man das gesamte Innenleben noch mit
Plastik-Spray (von Kontakt-Chemie) oder Sprühwachs einnebeln.
Die 'Einkaufsliste' für die Bauteile ist ebenfalls in der PDF-Datei
vorhanden.
Erfreulicherweise hat die obrige Schaltung einen Ausgang für
den Drehzahlmesser. Es gibt allerdings auch Zündungsboxen ohne
diesen speziellen Anschluss für den DZM, zB. haben manche Rollermodelle
vollkommen identische Boxen, die auch in der Morini funktionieren,
nur leider ohne Drehzahlmesser.
Dieses Problem lässt sich mit einer kleinen Schaltung umgehen.
Dazu werden direkt die Signale vom Pickup abgegriffen, verstärkt
und begrenzt und zum DZM weitergeleitet.
Der Aufbau erfolgte auf einer Lochrasterplatte und wurde dann in einem
Kunststoffgehäuse (die Kappe eines alten Relais) mit Epoxydharz
vergossen. |