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Im Normalbetrieb
wird der Akku eines Motorrads oder Autos nicht so schnell leer werden.
Solange die Selbstentladung noch nicht altersbedingt angestiegen
ist, wird der geladene Akku auch nach einer Fahrpause von bis zu
einigen Wochen ausreichend Energie für einen Wiederstart bereitstellen.
Kritisch wird es hingegen, wenn der Akku nicht voll geladen ist
und die Stillstandszeit noch länger andauert, wie etwa bei einem
Motorrad oder Wohnmobil während der Winterpause. Im Gegensatz zu
Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Akkus sind Bleiakkus nicht
gegen andauernde Tiefentladung beständig. Sulfatierung der Zellen
führt dann zu einem nicht mehr umkehrbaren Kapazitätsverlust. Dieser
negative Effekt hängt auch nicht vom Alter des Akkus ab. Es kann
daher durchaus sein, daß ein neuer Akku schon nach der ersten unversorgten
Überwinterung nicht mehr zu gebrauchen ist. Das wäre natürlich schade,
weshalb es sich lohnt, mit dem hier vorgestellten Ladegerät Vorsorge
zu treffen.
Winterpause Ein Startakku ist für die regelmäßige Verwendung konzipiert.
Abwechselndes Laden und Entladen erhält die Kondition, längere Pausen
sind dabei nach Möglichkeit zu vermeiden. Nun ist es aber im Bereich
der Sport- und Freizeitfahrzeuge in unseren Breiten fast unvermeidlich,
daß es zu witterungsbedingten Stillständen kommt, die häufig einige
Monate andauern. Wie sieht nun die mögliche Überwinterungshilfe
aus?
Bei einem neuwertigen Akku mit (noch) geringer Selbstentladung wird
es in der Regel ausreichen, den Akku auszubauen, vollzuladen und
frostfrei zu lagern. Er wird dann auch nach ein paar Monaten noch
nicht vollständig entladen sein. Das Problem dabei ist nur, daß
man sich nicht darauf verlassen kann. Wenn man auf der sicheren
Seite sein möchte, ist es auch bei einem neuwertigen Akku zu empfehlen,
den Ladezustand nach einiger Zeit zu kontrollieren oder (besser)
den Akku gleich nachzuladen. Bei einem nicht mehr ganz taufrischen
Akku verkürzen sich diese "Wartungsintervalle" wegen der höheren
Selbstentladung entsprechend. Das ist dann ziemlich unpraktisch,
weil man erstens daran denken und zweitens einiges an Zeit aufwenden
muß. Außerdem benötigt man auch für die periodische Akkuwartung
ein geeignetes Ladegerät, das zumindest Überladung vermeidet, die
für den Akku ebenfalls schädlich ist. Die einzige sinnvolle und
obendrein praktische Lösung besteht daher darin, anstelle eines
normalen Ladegeräts ein solches anzuschaffen, das auch für eine
automatische und zuverlässige Erhaltungsladung sorgt. Ein normaler
Akkulader ist dafür nicht geeignet, weil es bei länger andauernder
Ladung doch zu einer Überladung kommt. Durch die elektrolytische
Zerlegung der Akkusäure ("Gasung") verliert der Akku nicht nur Säure,
sondern auf Dauer auch Kapazität.
Bei dieser Schaltung wird der Akku bis zu einer bestimmten maximalen
Spannung aufgeladen. Nach Erreichen dieses Werts schaltet der Lader
ab, die Schaltung überwacht aber weiter die Akkuspannung. Wenn die
Akkuspannung bis auf einen zweiten voreingestellten (minimalen)
Wert abgesunken ist, startet der Lader wieder. Dieser Zyklus zur
Ladungserhaltung wiederholt sich somit automatisch, wobei die Zeitabstände
von der Selbstentladung des Akkus bestimmt werden. Der Vorteil der
Methode liegt auf der Hand: Der Akku wird weder überladen noch kann
er sich zu weit entladen, er bleibt also optimal im grünen Bereich
und damit fit. Die Schaltung eignet sich natürlich auch als normales
Ladegerät. Wird ein entladener Akku angeschlossen, liegt die Akkuspannung
unter dem eingestellten Minimalwert, so daß der Ladevorgang sofort
startet. Die einwandfreie Funktion des Lader hängt maßgeblich von
der Genauigkeit der Spannungsüberwachung ab, da bei einem Bleiakku
die Akkuspannung Aufschluß über den Ladezustand gibt. Im Ruhezustand
beträgt die nominale Zellenspannung etwa 2 bis 2,1 V. Während des
Ladens steigt die Spannung an, bei einem vollen Akku rechnet man
mit einer Spannung von 2,2 bis 2,3 V pro Zelle. Bei einem 12-V-
Akku bedeutet das, daß die Ladung beginnt, sobald die Akkuspannung
auf 12,5 V abgesunken ist. Die Ladung wird bei Erreichen von 13,8
V wieder beendet.
Für eine Begrenzung des maximalen Ladestroms sorgt Widerstand R12
mit 2,2Ohm und der Innenwiderstand des Trafos. Der so gemessene
Ladestrom beträgt ca. 1A. Sollte der Strom höher sein,
dann R12 so weit vergrößern, bis ein Ladestrom von 800mA
- 1A erreicht wird. R12 sollte einer Belastung von 5W standhalten.
Aufbau und Abgleich
Da es sich um eine kleine und unkomplizierte Schaltung handelt,
bedarf es eigentlich keiner speziellen Aufbauhinweise. Die fertige
Schaltung läßt sich sehr einfach auf richtige Funktion überprüfen.
Dazu wird noch kein Akku angeschlossen. Sobald der Lader ans Netz
angeschlossen wird, muß das Relais etwa alle vier Sekunden für etwa
eine Sekunde anziehen. Geschieht dieses, ist die Schaltung in Ordnung
und der erste Test beendet.
Der Abgleich beschränkt sich auf das Einstellen eines Gleichspannungswerts.
6-V-Akkus Praxis Wenn die Referenzspannung auf 2,1 V abgeglichen
ist, wird das Laden bei einer Spannung von 2,1 V am Anschluß 2 von
IC2 gestartet und bei einem Wert von 2,3 V an diesem Pin gestoppt
- die Differenz zwischen diesen beiden Spannungen ergibt sich aus
der Hysterese. Auf einen 12-V-Akku bezogen beginnt das Laden bei
12,6 V und endet bei 13,8 V Akkuspannung. Damit erreicht man in
der Praxis, daß der einmal geladene Akku mehrmals täglich kurz nachgeladen
wird. Die Referenzspannung kann man bei Bedarf etwas variieren.
Stellt man zum Beispiel 2,05 statt 2,1 V ein, werden die Ladepausen
etwas länger, allerdings sollte man dabei nicht zu weit gehen, schließlich
ist es der Zweck der Schaltung, Tiefentladung zuverlässig zu vermeiden.
Abschließend sei auf die Problematik bei sulfatierten Akkus verwiesen,
die kaum noch Ladung aufnehmen. Bei derart geschädigten Akkus steigt
die Spannung beim Laden sehr schnell an, so daß der Ladevorgang
schon nach kurzer Zeit endet, im Extremfall nach der minimalen Ladezeit
von ca. 4 Sekunden. Wenn man eine derart kurze Zykluszeit feststellt,
ist der Akku entweder nicht richtig angeschlossen oder defekt. Einige
Akkus werden aber wieder etwas regeneriert, wenn sie einige Zeit
an den im 4-Sekundentakt blinkenden Lader angeschlossen sind. Es
kann also nicht schaden, wenn man es einmal mit diesem (Re-)Cycling
probiert. Hat sich aber nach etwa einem Tag noch keine Besserung
(Verlängerung der Ladephasen) ergeben, kann man die Hoffnung aufgeben
und den Akku ordnungsgemäß entsorgen.
Stückliste:
| 1 |
Kondensator 100nF |
C6 |
Z5U-5 100n |
| 3 |
Doide 1N4148 |
D1, D2, D3 |
1N4148 |
| 1 |
Widerstand 2R2 |
R13 |
5W axial 2,2 |
| 1 |
Widerstand 2k7 |
R2 |
Metall 2,7k |
| 1 |
Widerstand 5k6 |
R6 |
Metall 5,6k |
| 3 |
Widerstand 10k |
R5, R10, R11 |
Metall 10k |
| 1 |
Widerstand 15k |
R4 |
Metall 15k |
| 1 |
Widerstand 22R |
R7 |
Metall 22R |
| 2 |
Widerstand 100k /1% |
R8, R9 |
Metall 100k |
| 1 |
Widerstand 82R |
R12 |
Metall 82R |
| 1 |
Widerstand 680R |
R3 |
Metall 680R |
| 1 |
Trimmer 500R |
P1 |
PT10-L470 |
| 2 |
Elko 10uF/16V |
C2, C3 |
rad 10/35 |
| 1 |
Elko 2200uF/25V |
C1 |
rad 2.200/25 |
| 1 |
Elko 220uF/16V |
C4 |
rad 220/16 |
| 1 |
Elko 470uF/16V |
C5 |
rad 470/16 |
| 1 |
IC TLC271 |
IC2 |
TLC 271 DIP |
| 1 |
IC 7805 |
IC1 |
uA 7805 |
| 1 |
Gleichrichter B40C1500 |
GL1 |
B 40C1500RUND |
| 1 |
Transistor BC337 |
T1 |
BC337-16 |
| 1 |
LED rot |
LD1 |
LED 3mm ST-rot |
| 1 |
LED gelb |
LD2 |
LED 3mm ST-gelb |
| 1 |
Sicherung 100mA |
SI1 |
mtr. 0,1A |
| 2 |
Sicherungshalter (Einzelklemmen) |
|
PL 120000 |
| 1 |
Relais |
REL1 |
Fin 41.31.9 12V |
| 1 |
Gehäuse |
|
BOPLA EG 1545-L |
| 1 |
Netzkabel |
|
NKE 200 schw. |
| 1 |
Bananenbuchse rot |
|
PK4RT |
| 1 |
Bananenbuchse schwarz |
|
PK4SW |
| 1 |
Trafo 2x6V |
TR1 |
UI 39/10,2 206 |
Die Bestellnummern
beziehen sich auf Reichelt-Elektronik.
In der
PDF-Datei sind außerdem Schaltplan, Layout und Bestückungsplan
enthalten.
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